Für eine neue Verkehrspolitik: Radwegschäden unterschiedlicher Kommunen dokumentiert

Ich komme ja viel mit dem Fahrrad herum und habe schon einiges gesehen, was die Qualität der Fahrradwege betrifft (ich träume tagtäglich von den niederländischen „Fietspads“). Als „Motivations-Katalysator“ für Städteplaner und Aktivisten zeige ich hier ein paar schockierende sowie konstruktive Beispiele verbunden mit der Hoffnung, dass sich mittelfristig die Situation bessert. Da zahlreiche Kommunen aufgrund klammer Kassen auf dem Geld sitzen und von der „großen Politik“ zumeist nicht viel mehr als Absichtserklärungen kommt, nehmen mancherorts empörte Bürger das Zepter in die Hand, wie ich bereits am Beispiel der „Arbeitsgemeinschaft Pro Rad Düren“[1] dokumentiert habe. Scheinbar sind viele weitere solche Aktionen von nöten, bis die „Verkehrswende“ endlich in die Gänge kommt.

 


© www.mutbuergerdokus.de: Fundstücke: Radwegschäden
Radwege im Rhein Kreis Neuss (Foto 1/22)
Schilder: „Herzlich Willkommen – rhein kreis neuss“[2, 3, 4, 5, 6] und „Fahrradfreundlicher Kreis in Nordrhein-Westfalen“[7, 8, 9, 10] – Dieses Schild suggeriert Pedalistenglück, befindet sich allerding kurz hinter der Ortsgrenze der für Radfahrer unerträglichen Stadt Mönchengladbach.

 

Aber es gibt auch positive Beispiele, wie den „Speedway“[11] im stark gebeutelten, aber immer noch „erfahrbaren“ Rheinischen Braunkohlerevier[12].


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Radwege im Rheinischen Braunkohlerevier (Foto 2/22)
Ein (Licht-)Blick auf den „Speedway“

 

Mönchengladbach

Die hier gezeigten Beispiele sind nicht extra ausgewählt, sondern finden sich an nahezu jeder Stelle der Stadt in ähnlicher Form wieder. Mönchengladbach ist für Fahrradfahrer eine einzige Zumutung!

 


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Radwegschäden in Mönchengladbach (Foto 3/22)
Es gibt zahlreiche Stellen, an denen teils über einige Meter die Asphaltdecke fehlt.

 


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Radwegschäden in Mönchengladbach (Foto 4/22)
An zahlreichen eh schon engen Stellen zwischen Hauswänden, Fußgängerwegen und parkenden Autos muß der Radfahrer sich noch mit durch Baumwurzeln hochgedrückten Asphaltbeulen herum ärgern.

 


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Radwegschäden in Mönchengladbach (Foto 5/22)
Ein völlig „verwachsener“ Fahrradweg, der zudem noch als „Parkstreifen“ missbraucht wird. Soll man darüber bzw. darum fliegen?

 

Essen

In den Randbezirken von Essen gibt es ebenfalls einige fahrradunfreundliche Stellen.

 


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Radwegschäden in Essen (Foto 6/22)
Ein Fahrradweg in Essen mit Wurzelschaden

 

Grevenbroich

In Nähe zum Braunkohlekraftwerk befindet sich eine absolut „unterirdische“ Fahrbahn, die den Namen „Fahrradweg“ nicht verdient. Die Plattenbauweise mitsamt dem durchdringenden Bewuchs ist an den Steigungsstellen regelrecht gefährlich und erfordert allerhöchste Konzentration. Übrigens wird die Fahrbahn der Autos z.Zt. stellenweise saniert ...

 


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Radwegschäden in Grevenbroich (Foto 7/22)
Soll das ein Fahrradweg sein?

 

Meerbusch

Obwohl meine Heimatstadt nun als 79. Kommune zur „Fahrradfreundlichen Stadt“ erklärt[13] wurde, gibt es einige Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge, aber auch ermutigende Positivbeispiele.

Siehe dazu meinen Leserbrief „Radwege verbessern“.

 


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Radwegschäden in Meerbusch (Foto 8/22)
Seit Jahren ist die Lötterfelder Straße (nur wenige Hundert Meter vom Auszeichnungsschild der „Fahrradfreundlichen Stadt“ entfernt) ein Flickenteppich, der sich nur im Schneckentempo befahren lässt, für Fahrradfahrer und Inliner hochgradig gefährlich ist und Jahr für Jahr notdürftig ausgebessert, statt einmal grundlegend saniert wird.

 


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Radwegschäden in Meerbusch (Foto 9/22)
Sogar im Kern von Büderich[14] (Poststraße), der Zuführung zur Straßenbahn (die um nachhaltigen Verkehr zu fördern eigentlich in gutem Zustand sein sollte), gibt's seit Jahrzehnten eine gefährliche „Buckelpiste“.

 

Kommentar: Wie passt dies zu einer „Fahrradfreundlichen Stadt“? Und soll so der klimafreundliche Radverkehr[15] attraktiv gemacht werden? Und welches Bild vom „vorbildlichen“ Meerbusch entsteht hierdurch bei Besuchern aus anderen Gemeinden? Rund 5 Jahre nach Auszeichnung der Stadt (2021) sowie dem Aufruf Verbesserungsvorschläge einzureichen, könnte und sollte eigentlich mehr passiert sein!

 


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Radwegschäden in Meerbusch (Foto 10/22)
Es gibt allerdings auch bessere Stellen. So z.B. den wunderbar in beide Richtungen befahrbaren Fahrradweg in Lank-Latum.[16]

 


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Radwegschäden in Meerbusch (Foto 11/22)
Inzwischen wurde sogar ein neuer Radweg gebaut[17] als Ersatz für eine alte Schotterpiste.

 

Neuss

Die Stadt Neuss gibt für Fahrradfahrer ein heterogenes Bild ab.

 


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Radwege in Neuss (Foto 12/22)
Hier gehört nicht nur das Schild repariert ...

 

Düren

In der für Radler recht gut zugänglichen mittelgroßen Stadt gibt es an mehreren Stellen separate Spuren für Fahrradfahrer – ein echtes Vorbild für andere Kommunen!

 


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Radwege in Düren (Foto 13/22)
Ein echtes Musterbeispiel zeitgemäßer Verkehrspolitik

 


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Radwege in Düren (Foto 13/22)
Nach umfangreichen Sanierungemaßnahmen in der Innenstadt gibt es in Düren weitere fahrradtechnische Errungenschaften.

 


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Radwege in Düren (Foto 15/22)
„Hey Leute! Das ist kein Parkstreifen, sondern ein Radweg!“

 

Köln

Auch in der „verbotenen Stadt“ gibt es so manch positive Pedalisten-Überraschung

 


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Radwege in Köln (Foto 16/22)
Ein weiteres Musterbeispiel zeitgemäßer Verkehrspolitik

 

Düsseldorf

Sogar in der Landeshauptstadt tun sich Dinge!

 


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Radwege in Düsseldorf (Foto 17/22)
Es gibt erste Verbesserungen für Fahrradfahrer in der ansonsten autolastigen Landeshauptstadt.

 

Vorbild Niederlande

Aber es kann auch anders gehen. In den Niederlanden muss man sich als Radfahrer nicht dauernd beschimpfen lassen, „man würde den Verkehr aufhalten“ oder „man sei dafür verantwortlich, dass es Staus gäbe“ bzw. das Fahrad wird als Sportgerät angesehen, welches man bitte ausschließlich durch Feld, Flur und Wald fahren solle.

 


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Vorbild Niederlande (Foto 18/22)
So kann es auch gehen: eine Fahrradspur am Straßenrad zusätzlich zum separaten Fahrradweg

 


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Vorbild Niederlande (Foto 19/22)
Undenkbar in der Bundes-Autorepublik Deutschland[18, 19, 20]: „Fietsers voorrang“

 


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Vorbild Liederlande (Foto 20/22)
Mit großen und praxistauglichen[21, 22, 23] Fahrradabstellanlagen[24] an verkehrstechnisch sinnvollen Orten (wie z.B. hier an einem Bahnhof zur autofreien Weiterfahrt per Zug) wird der Radverkehr attraktiv gestaltet.

 


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Vorbild Niederlande (Foto 21/22)
Großzügige und zuverlässig abgetrennte Fahrradspuren[25, 26] ermöglichen einen reibungslosen Verkehrsfluß und tragen somit zur Sicherheit ALLER Verkehrsteilnehmer bei.

 


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Vorbild Niederlande (Foto 22/22)
Zu schnelle Autofahrer werden mit den „Drempels“[27] zuverlässig ausgebremst.

 

Fortsetzung folgt (hoffentlich nicht) ...

 


 

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  1. prorad-dn.de
  2. www.rhein-kreis-neuss.de
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  5. www.youtube.com/user/rheinkreisneuss
  6. www.flickr.com/photos/rkn013
  7. www.agfs-nrw.de
  8. www.facebook.com/agfsnrw
  9. twitter.com/AGFS_NRW
  10. vimeo.com/agfs
  11. www.ksta.de/terra-nova-per--speedway--an-den-tagebau-12395596
  12. de.wikipedia.org/wiki/Rheinisches_Braunkohlerevier
  13. rp-online.de/nrw/staedte/meerbusch/meerbusch-ist-jetzt-fahrradfreundlich-aid-1.5966237
  14. de.wikipedia.org/wiki/Büderich_(Meerbusch)
  15. www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet/radverkehr
  16. de.wikipedia.org/wiki/Lank-Latum
  17. www.wz.de/nrw/rhein-kreis-neuss/meerbusch/neue-radwege-in-meerbusch_aid-45634893
  18. www.2030report.de/de/bericht/1400/kapitel/autorepublik-deutschland
  19. www.klimareporter.de/verkehr/auto-republik-deutschland
  20. www.pressportal.de/pm/22521/4023853
  21. www.adfc.de/artikel/adfc-empfohlene-abstellanlagen-gepruefte-modelle
  22. www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/fahrrad/bike-and-ride
  23. ec.europa.eu/transport/sites/transport/files/cycling-guidance/leitfaden_fahrradparken.pdf
  24. de.wikipedia.org/wiki/Fahrradabstellanlage
  25. www.rund-ums-rad.info/verkehrsrecht-2-radfahrstreifen-und-schutzstreifen
  26. www.adfc-diepholz.de/schutzstreifen-auf-der-fahrbahn
  27. de.wikipedia.org/wiki/Bremsschwelle

 

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  1. zur Zeit keine